Es ist die erste gute Nachricht aus Korea seit langer Zeit: Der Norden und der Süden treffen sich schon in wenigen Tagen zu hochrangigen Gesprächen. Lenkt Diktator Kim Jong Un ein, könnte die Welt wieder ein bisschen beruhigter schlafen.
Nord- und Südkorea haben sich auf die ersten Gespräche auf Regierungsebene seit 2007 geeinigt. Das Treffen soll bereits am Mittwoch und Donnerstag in Seoul stattfinden, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap und die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA übereinstimmend mitteilten. Dabei soll es unter anderem um die Sonderwirtschaftszone Kaesong gehen. Darauf hätten sich beide Seiten nach 18-stündigen Beratungen auf Arbeitsebene im Grenzort Panmunjom verständigt.
Erstmals seit gut zwei Jahren hatten die beiden Koreas wieder direkte Gespräche auf Arbeitsebene aufgenommen und damit eine Wiederannäherung ermöglicht, nachdem es zuvor monatelange Spannungen auf der koreanischen Halbinsel gegeben hatte. nach Angaben aus Verhandlungskreisen hatte Seoul zunächst ein Treffen auf Ministerebene festschreiben wollen, was die Vertreter des kommunistischen Nordens jedoch ablehnten. Letztlich hieß die Kompromissformel "Gespräche auf Regierungsebene", die nun Mitte der Woche in Südkoreas Hauptstadt stattfinden sollen.
Konkret soll es bei dem Treffen nach Angaben von KCNA vor allem um die Zukunft von Kaesong gehen. Nordkorea hatte die in seinem Staatsgebiet liegende Zone im Zuge der Spannungen im April geschlossen und die 53.000 südkoreanischen Manager und Arbeiter ausgewiesen. In dem grenznahen Industriekomplex sind seit dem Jahr 2004 mehr als 120 südkoreanische Firmen angesiedelt. Sie ist eine wichtige Devisen-Einnahmequelle für den verarmten Norden.
Weiterhin soll in Seoul die Wiedervereinigung von im Krieg getrennten Familien sowie die Wiederaufnahme von Reisen südkoreanischer Touristen ins Kumgang-Gebirge besprochen werden, so KCNA. Seit dort Mitte 2008 ein Reisender aus Südkorea erschossen wurde, meiden die Südkoreaner das auch als Diamantgebirge bekannte Ziel.
In den vergangenen Monaten hatte sich der Konflikt auf der koreanischen Halbinsel zugespitzt. Nordkorea provozierte die Weltgemeinschaft mit Raketenstarts sowie einem Atomtest und drohte mit Atomangriffen auf Südkorea und die USA. In den vergangenen Tagen hatte es dann aber wieder Zeichen von Entspannungsbemühungen aus dem Norden gegeben. So nahm Pjöngjang die im März im Zuge zunehmender Spannungen von dem kommunistischen Land gekappte ständige Telefonverbindung nach Seoul wieder in Betrieb.